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Kreuzkirche

Bereits seit dem 13. Jahrhundert besaß Lugau – damals nur ein kleines Bauerndorf – eine Dorfkirche. Es war eine romanische Chorturmkirche mit Apsis. 1842 wurde dieser Vorgängerbau abgerissen.

Die neue, 1842/43 errichtete Kirche wurde im Oktober 1843 eingeweiht. Wenige Monate später wurden im heutigen Neuoelsnitz abbauwürdige Steinkohlenvorkommen entdeckt. Das war die Geburtsstunde des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers. Innerhalb weniger Jahrzehnte verwandelte sich das kleine Bauerndorf Lugau in eine Bergbaugemeinde. Bis zur Jahrhundertwende wuchs die Bevölkerung nahezu um das zwanzigfache. Auch die Kirche musste dadurch mehrfach vergrößert werden.

 

1883 wurde die Kirche durch einen querschiffartigen Anbau und einen Altarraum (Chor) nach Osten verlängert. 1906 erhielt die Kirche eine Vorhalle und vier Treppentürme. Außerdem wurde ein neuer, zunächst als Provisorium gedachter Dachreiter aufgesetzt. Nach einer Renovierung 1953/54 erhielt die Kirche ihren heutigen Namen: Kreuzkirche. In den neunziger Jahren wurde die Kirche gründlich saniert.

Über dem Hauptportal begrüßt auf einem Mosaik (1906) Christus die Besucher der Kirche mit weit ausgebreiteten Armen: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“.

Das Innere der Kirche ist geprägt durch die neoromanische Gestaltung des Raumes aus dem Jahre 1906. Gestühl, Empore, Kassettendecke, Orgelprospekt, Lesepult und die (schon ältere) Kanzel bestehen aus dunkel gebeiztem Holz. Zusammen mit der neuen, in warmen Farbtönen gehaltenen Ausmalung vermitteln sie einen sehr harmonischen Eindruck.

 

Die Fenster des Altarraumes (1883/1906) zeigen in der Mitte den auferstandenen Christus und neben ihm die Reformatoren Martin Luther (rechts) und Philipp Melanchthon (links). Vermutlich aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt eine Schmerzensgruppe, die links am Triumphbogen angebracht ist. In einer Seitenkapelle befindet sich heute das Altarbild von 1906, das Jesus mit zwei Jüngern in Emmaus zeigt. Die Kanzel mit den vier Evangelisten und Christus (1883) wurde 1906 durch einen geschnitzten Bergmann als Kanzelträger ergänzt. Es ist ein Werk des erzgebirgischen Holzschnitzers Ernst Kaltofen. Ebenfalls 1906 entstand die Figur Johannes des Täufers, der auf den Gekreuzigten weist: Sehet das Lamm Gottes. Eine schlichte Gedenktafel hinter dem Lesepult erinnert an alle, die aus Gehorsam zu Gott und aus Liebe zum Menschen unter Gewaltherrschaft ihr Leben geopfert haben.

Im Mittelpunkt des Altarraumes steht das Kruzifix aus den Händen des bekannten Zwickauer Bildschnitzers Peter Breuer (1502).

Die pneumatische Orgel von 1906 ist ein Werk der Firma Ladegast aus Weißenfels. Nach der umfassenden Wiederherstellung in den Jahren 2006/2007 erklingt das Instrument wieder in seiner ursprünglichen Schönheit. Es ist ein Werk der Spätromantik mit 35 Stimmen (Registern). Das Relief über dem Spieltisch der Orgel fertigte ein Schnitzer aus Oberammergau an. Es zeigt Martin Luther im Kreise seiner Familie als Vater des evangelischen Kirchenliedes. Vom gleichen Schnitzer stammt auch das Relief am Lesepult mit dem Gleichnis vom vierfachen Acker.

 

Im Alten Glockenturm hängen seit dem Sommer 1999 wieder die beiden Glocken, die 500 bzw. 700 Jahre alt sind. Sie sind die ältesten Zeugen aus Lugaus Vergangenheit. Sie läuten vor allem bei Trauungen, Taufen und Einsegnungen. Der Alte Glockenturm und die beiden Glocken wurden 1999 gründlich instandgesetzt; sie künden gemeinsam von Lugaus achthundertjähriger Geschichte.